dr. med. elie matip ma ngos (1935-1998)

john-elie matip eichler

 

"von anbeginn hatte es in unserer natur gelegen. deshalb kämpften wir. gegen die kolonialisten. gegen brutale söldner. mit buschmessern und mit unserer magie. mehr stand uns nicht zur verfügung. mein dorf und etliche andere wurden niedergebrannt. unsere familien wurden in internierungslager verbracht. viele kameraden starben. im alter von 23 jahren wurde ich nach europa geschickt. für einige wochen. ich sollte politisch und militärisch geschult werden. doch als ich in europa ankam, wurde um getötet. und unser kampf war vorüber. auch wenn noch viele sterben sollten. so blieb ich. ich musste bleiben. nach 20 jahren konnte ich endlich zurückkehren. als internist und chirurg. die von mir gegründete 'polyclinique dr. martin luther king' beherbergt heute eine kleine bankfiliale und eine pension. zu meiner beerdigung kamen mein zweiter und mein fünfter sohn. sie trugen meinen sarg zu der stelle, wo schon mein vater ruht. in der mitte unseres dorfes. song ngos. kamerun."

 

... der mensch wird mit zwei augenpaaren geboren. das erste ist für die welt der lebenden bestimmt und wird mit der geburt geöffnet. das zweite augenpaar öffnet sich im zeitpunkt des todes; es ist für unsere - für die welt der ahnen bestimmt. wir können jederzeit euer handeln beobachten. euch aber bleibt unsere welt verschlossen ...

 

"im alter von 9 jahren traf ich meinen vater zum ersten mal. für drei tage. ein jahr später noch einmal. für zwei tage. im alter von 21 jahren verbrachten wir sechs wochen gemeinsam in kamerun. dann sogar drei monate. anschließend nochmals vier und zwei wochen. wir sprachen tag & nacht. wäre dr. matip nicht mein vater gewesen, so hätte ich ihn verehrt. als sohn habe ihn geliebt. ich vermisse ihn. jeden tag."